Unsere Börsenwoche: Höhenangst

Nach seiner beachtlichen Klettertour vergangene Woche bekam unser heimischer Leitindex Dax zu guter Letzt Angst vor der eigenen Courage: Nachdem er am Mittwoch zeitweise die 12.000 Punkte-Markt geknackt hatte, ging es rasant zurück ins Basislager. Donnerstag und Freitag kannte der Deutsche Aktienindex nur eine Richtung: Abwärts bis auf rund 11.800 Punkte. Auf Wochensicht hat das Deutsche Leitbarometer knapp ein halbes Prozent gewonnen. Eine enttäuschende Vorstellung, die angesichts der guten Konjunkturdaten hierzulande schwer nachvollziehbar ist. Unsere Wirtschaft wächst, Steuereinnahmen sprudeln wie noch nie seit der Wiedervereinigung, die Arbeitslosigkeit ist niedrig und trotzdem will auf dem Börsenparkett keine rechte Stimmung aufkommen.

Häufig ist es ja so, dass die “good Vibes” an der Wall Street auch den europäischen Aktienkursen Flügel verleiht. Doch auch von dieser, normalerweise hochansteckenden, Euphorie ist derzeit wenig zu spüren. Obwohl der amerikanische Dow Jones Index noch immer im “Trumponomics”-Modus verkehrt und vergangene Woche sein 10. Allzeithoch in Folge markierte, will die Dynamik aus den USA nicht über den Teich schwappen. Vielleicht sind wir einfach ein zu misstrauisches Völkchen, das die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Amerika mit Argusaugen verfolgt und lieber eine abwartende Haltung einnimmt, als sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen? Wie sagen wir doch so schön: “Wer hoch fliegt, kann tief fallen”…

Ehe sich die deutschen Anleger also zu weit aus dem Fenster lehnen, flüchten sie lieber in “sichere Häfen”. Gold erlebte in den vergangenen zwei Monaten, wie so oft in scheinbar unsicheren Zeiten, eine Renaissance und gewann seit Dezember 2016 rund sieben Prozent an Wert. Das ist einerseits aufgrund der turbulenten, politischen, Großwetterlage leicht nachzuvollziehen, widerspricht aber einer alten Börsenweisheit: “Wenn die Zinsen steigen, so fällt der Goldpreis”. Tut er aber nicht. Die Fed (US-Notenbank) erhöhte den Leitzinssatz im Dezember auf 0,5-0,75 Prozent und trotzdem verteuerte sich die Feinunze allein im vergangenen Monat um vier Prozent auf jetzt rund 1.256 US-Dollar. Es könnte also durchaus sein, dass der Goldpreis momentan seinen eigenen Gesetzen folgt und die Theorie, wonach Investoren von Gold und Aktien auf Festgeld “umsatteln”, sobald die Zinsen steigen, nicht mehr aufgeht.

Umso spannender könnte der “Beige Book”-Termin der US-Notenbank am Mittwoch werden. Die Finanzwelt spekuliert darauf, ob der achtmal pro Jahr erscheinenden Konjunkturbericht Hinweise auf eine erneute Zinsanhebung Mitte März liefern könnte. Die Fed hat für 2017 zwei Zinsschritte in Aussicht gestellt. Die Frage ist nur, ob die Aktienmärkte und das konjunkturelle und politische Umfeld in den USA robust genug sind, um einen Zinserhöhung in den kommenden Wochen zu “verdauen”.

Impulse von Unternehmensseite gibt es in den kommenden Tagen nur wenige. Die Bilanzsaison neigt sich dem Ende zu und lediglich ein paar Nachzügler präsentieren noch Geschäftszahlen. Beispielsweise:

Dienstag: Salzgitter, Hochtief, ElringKlinger, RIB Software
Mittwoch: Zalando, Rheinmetall, Ahold, Klöckner & Co., Best Buy
Donnerstag: Anheuser-Bush, Evonik, Deutsche Telekom, Continental, Autodesk, Abercrombie & Fitch

Liebe Leserinnen und Leser, lassen Sie sich von der aktuell recht turbulenten Lage auf den Finanzmärkten nicht aus der Ruhe bringen. Wie die Vergangenheit beweist, sind Dow und Dax äußerst robuste Gesellen, die sich von einem leichten “Schnupfen” schnell wieder erholen. Langfristig sind Aktien als Mittel für den Vermögensaufbau unentbehrlich und zudem risikoärmer, als manche vermuten. Eine durchschnittliche Rendite von 9 Prozent pro Jahr, wie sie Dax und Dow Jones erwirtschaften, beweist, dass Aktien alles andere als “spekulativ” sind. Wie immer kommt es auch hier auf die richtige Mischung an. Für den boerse.de-Champions-Defensiv-Index(BCDI) wurden  zehn besonders defensive Titel herausgefiltert, die sich durch einfache Geschäftsmodelle, starke Marken und damit dauerhafte Wettbewerbsvorteile auszeichnen. Dadurch besteht für den BCDI eine langfristige Gewinnperspektive von 10+x%. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und werfen Sie einen Blick auf den boerse.de-Champions-Defensiv-Index, mit dem auch Sie beruhigt in die neue Woche starten können.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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Unsere Börsenwoche: Höhenangst

Das Wort zum Wochenende: Sind Dividenden die Zinsen 2.0?

Wir starten heute mal mit einer Quizfrage in den Börsentag: Was tun die Amerikaner meist viermal pro Jahr, die Europäer aber nur einmal? Die Antwort lautet: Dividenden kassieren. Während viele EU-Unternehmen nur einmal pro Jahr das Portemonnaie zücken, sprudeln bei US-Unternehmen wie Apple, Coca-Cola oder McDonald’s alle drei Monate die Gewinnbeteiligungen. Und das nicht zu knapp.

Der Defensiv-Champion McDonald’s beschenkt seine Aktionäre beispielsweise mit satten 3,09 Prozent Dividendenrendite, im Durchschnitt zahlen die 30 Dow-Jones-Werte eine Gewinnbeteiligung von 2,75 Prozent. Damit verdienen Aktionäre gleich doppelt: Als “Miteigentümer” profitieren sie sowohl von Kursgewinnen, als auch Dividendenzahlungen “ihres” Unternehmens.

Aber auch Dax-Unternehmen schütteten 2016 satte 29 Milliarden Euro aus. Die daraus errechnete Dividenden-Rendite von im Mittel 2,7 Prozent lässt Nullprozent-Zinsanlagen wie Sparbücher oder Tagesgeldkonten buchstäblich “arm” aussehen. Zum Beispiel unser Top-Defensiv-Champion Fresenius: Der Gesundheitskonzern feierte diese Woche den 13. Rekordgewinn und belohnte seine Aktionäre mit der 25. Dividendenerhöhung in Folge. Anteilseigner sollen nun 0,62 Euro je Aktie erhalten nach 0,55 Euro im Jahr zuvor. Addiert man dazu einen durchschnittlichen Kursgewinn der Fresenius-Aktie von 14,66 Prozent pro Jahr seit 2007, ergibt sich eine ansehnliche Gesamtrendite.

Der “Win-Win”-Effekt von Dividendenaktien wird umso deutlicher, wenn der Aktionär sich für die Wiederanlage der Gewinnausschüttung entscheidet. Das bekannte Phänomen der “Geldvermehrung” von Zins und Zinseszins war früher ein Merkmal des Sparbuches. Wenn man sein Erspartes nicht anrührte, so wanderte die Rendite jährlich aufs Konto und addierte sich zum Anlagebetrag. Dank der gegenwärtige Nullzins-Ära gibt es mit dem Sparbuch praktisch keine Rendite mehr. Ganz zu schweigen von Zinseszins. Bei Dividendenaktien dagegen sehr wohl!

Warum fristen Aktien mit Gewinnausschüttung in Deutschland dennoch größtenteils ein Schattendasein, während sie in Amerika als langfristiges Investment mit regelmäßigem Geldsegen betrachtet werden? Das ist vor allem der unterschiedlichen Investmentkultur zuzuschreiben. Hierzulande gelten Aktien eher als ein spekulatives Instrument, mit dem entweder Gewinne oder Verluste erzielt werden können und nicht als langfristige Geldanlage, die neben Kursgewinnen auch noch Dividendenrenditen zum Gesamtergebnis beisteuert.

“Verspielte Chance!”, möchte ich rufen, zumal Aktien in Zeiten von Mini- oder gar Strafzinsen zu den Superhelden im Anlageuniversum mutieren, und die Börsenhistorie zeigt, dass an Aktien als langfristiges Investment kein Weg vorbeiführt. Trotz aller Schwankungen und Turbulenzen zeigt die Vergangenheit, dass bei Dax und Dow eine Gewinnperspektive von 9 Prozent p.a. besteht.

Investorenlegende Warren Buffett hat die verborgenen Qualitäten der Aktien mit dem “gewissen Extra” schon längst erkannt. In seiner Wertpapier-Schatzkiste befinden sich Dividenden-Aristokraten wie zum Beispiel Procter & Gamble, Coca-Cola und Wal-Mart, die allesamt einen stabilen Cashflow und eine solide Geschäftsentwicklung aufweisen. Langweilig! Vielleicht, aber auf lange Sicht ungemein profitabel.

Seine persönliche Vorliebe für Dividendenaktien brachte den Multimilliardär jedoch schon häufig in Erklärungsnot, denn seine eigene Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway zahlte nur ein einziges Mal, im Jahr 1967, eine Gewinnbeteiligung aus. Buffett selbst meinte zu diesem Ereignis nur trocken: “Wahrscheinlich war ich auf der Toilette, als diese Entscheidung getroffen wurde”.

Sie sehen schon, Dividendenaktien mit entsprechendem Kursverlauf sind nicht nur was für Investorenlegenden, sondern auch ein sinnvolles und ertragreiches Anlageinstrument für uns Börsianer und solche, die es werden wollen.

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende und verabschiede mich mit einem Zitat vom Meister persönlich: “Nichts betäubt Rationalität mehr als ohne Aufwand verdientes Geld.” (Warren Buffett)

Ihre Miss boerse.de

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Das Wort zum Wochenende: Sind Dividenden die Zinsen 2.0?

Die Aktie des Tages: PSA Peugeot Citroën

In Bayern ist heute “Unsinniger Donnerstag”, und ich erlaube mir zur Feier des Tages ausnahmsweise einen äußerst platten Witz aus der Feder eines findigen Journalisten zu zitieren: “Wie heißt die neue Automarke, die aus der Fusion von Opel und Peugeot hervorgeht? Popel!” Autsch. Innerhalb weniger Tage sind die langjährigen Bemühungen der Marke, ihr “Fuchsschwanz”-Image loszuwerden, zunichtegemacht. Wortspielereien und “Flachwitze” rund um die Namens-Fusion sind einfach zu naheliegend. Der französische Autokonzern PSA Peugeot Citroën wird Opel vermutlich schon in der ersten Märzwoche vom General-Motors-Konzern übernehmen, der sich aus dem europäischen Markt verabschieden will. Eine “Blitz-Fusion”, die wirtschaftlich sinnvoll wäre, aber dennoch gemischte Reaktionen auslöst.

Generell ist eine Übernahme nur dann sinnvoll, wenn nach der Verschmelzung mehr herauskommt, als die Summe beider Teile. Am Rechenbeispiel Opel + PSA ist es allerdings so, dass Opel ein negatives Vorzeichen mitbringt, die Franzosen aber ein positives. Das Ergebnis würde nach Adam Riese also ein dickes Minus aufweisen, wenn Opel nicht zur Aufholjagd ansetzt.

Während die General-Motors-Tochter seit 25 Jahren Verluste schreibt, hat sich Peugeot innerhalb der vergangenen drei Jahre gesund geschrumpft. Über 17.000 Mitarbeiter verloren ihren Job, die verbleibenden Angestellten müssen, wenn die Auftragslage es erfordert, Überstunden leisten, und die Teilnahme an der traditionsreichen Rennserie der 24 Stunden von Le Mans wurde gestrichen. Ein harter Sanierungskurs, der sich ausgezahlt hat: 2015 erreichte Peugeot einen wichtigen Etappensieg und konnte nach Jahren in der Verlustzone erstmals wieder Gewinne einfahren.

Die heute von PSA vorgelegten Jahreszahlen 2016 machen deutlich, dass die Franzosen wieder ein ernstzunehmender Akteur im Automobilzirkus sind. Im vergangenen Jahr erzielten sie einen Nettogewinn von 1,7 Milliarden Euro, fast doppelt so viel wie 2015. Der Umsatz sank dagegen um 1,1 Prozent auf 54 Milliarden Euro. PSA-Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon sagte heute in einem Interview, dass die Kassen des Autobauers reich gefüllt sind: Netto-Barmittel in Höhe von 6,8 Milliarden Euro dürften für das ein oder andere Shopping-Abenteuer genügen. Ein Erfolg, der sich auch in Peugeots Aktienkurs widerspiegelt. Während das Papier 2007 mit Minus 64,9 Prozent das Schreckgespenst vieler Börsianer war, verbuchte die Aktie des Autobauers innerhalb der vergangenen zwölf Monate ein Plus von 37,3 Prozent.

Ganz anders sieht die Situation im Rennlager von GM aus. Um aus der Konstruktion PSA-Opel einen “Europäischen Champion” zu schaffen, wie ihn Opel-Chef Karl-Thomas Neumann vor Augen hat, müssen die Rüsselsheimer einiges an Aufräumarbeit leisten. Da PSA vor allem an “Sahnestücken” wie dem Opel Mokka oder dem Elektroauto Ampera-e interessiert ist und durch die Fusion zudem jährliche Kosteneinsparungen in Höhe von rund 2 Milliarden Euro anstrebt, fürchten Mitarbeiter und Politiker um die Jobs der europäischen Opel-Mitarbeiter. Viele der 38.000 Stellen in Europa könnten nach der “Schonfrist” bis Ende 2018 abgebaut werden, 19.000 Angestellte in Deutschland bangen um ihren Arbeitsplatz.
Doch die Fusion der Autobauer birgt für beide Seiten auch Chancen. Neben Standort-, Investitions- und Beschäftigungsgarantien, auf die Politiker pochen, soll auch die Marke Opel eigenständig bleiben. Gemeinsam mit PSA könnte der neu entstandene Konzern ein wichtiger Spieler auf dem Wachstumsmarkt E-Automobilität werden und zudem neue Märkte wie China erschließen. Der chinesische Peugeot-Großaktionär Dongfeng könnte Opel als “Türöffner” fungieren und den Rüsselsheimern endlich den Zutritt zum Land des Lächelns ermöglichen, den ihnen GM immer verwehrt hatte.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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Die Aktie des Tages: PSA Peugeot Citroën

Die Aktie des Tages: Henkel

Morgen um 07:30 Uhr präsentiert ein Urgestein der deutschen Konsumgüterindustrie seine Zahlen zum vierten Quartal und Gesamtjahr 2016: Henkel. Kaum ein anderes Unternehmen hat so viele Kultmarken hervorgebracht, wie der seit über 140 Jahren bestehende Konzern aus Düsseldorf. Persil, Pril, Schauma, Schwarzkopf, Pritt oder Pattex reinigen, pflegen und kleben schon seit Generationen. Im Fachjargon heißen die drei Geschäftsfelder: Laundry & Home Care (Wasch-/Reinigungsmittel), Beauty Care (Schönheitspflege) und Adhesive Technologies (Klebstoffe).
Mit rund 50.000 Mitarbeitern und rund 18 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2015 ist Henkel sowas wie der Elefant im Gemischtwarenladen: Deutschlands größter Konsumgüterhersteller genießt den Ruf, stets “unaufgeregte”, aber solide Zahlen zu liefern. Experten rechnen im Schnitt auch diesmal mit einem gemächlichen Umsatzzuwachs für das Gesamtjahr von 3,5 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro und einer bereinigten operative Marge von 16,9 Prozent im Vergleich zu 15,3 Prozent im Vorjahr. Das Klebstoff-Segment, in dem Henkel Weltmarktführer ist, erweist sich als Umsatztreiber, die Sparte Wasch- und Reinigungsmittel verzeichnet das stärkste Wachstum.

Mit diesem Mix aus konjunkturabhängigen Produkten wie Klebstoffen, die unter anderem in der Automobilindustrie verwendet werden, und “unentbehrlichen”, krisenresistenten Verbrauchsgütern wie Waschmittel, ist Henkel sauber aufgestellt und weitgehend immun gegen wirtschaftliche Turbulenzen. Henkels Wachstumsstrategie wird auch von den Anlegern belohnt: Mit einer Kursrendite von durchschnittlich 12 Prozent pro Jahr seit 2007 hat sich Henkel den Titel boerse.de-Aktienbrief-Champion verdient.

“Konstanz” und ein durchschnittliches organisches Umsatzwachstum von zwei bis vier Prozent pro Jahr klingt vielleicht unspannend, entspricht aber genau der Zielsetzung, die Henkel in einem Strategiepapier mit dem Namen “Henkel 2020+” angepeilt hat. Mit dem Ausbau seiner “Goldesel-Marken”, einer neuen Digitalisierungsstrategie und wohlüberlegten Zukäufen steuern die Düsseldorfer glänzend ins kommende Jahrzehnt. Um das Wachstumssegment Wasch- und Reinigungsmittel zu stärken, übernahm Henkel 2016 für 3 Milliarden Euro den amerikanischen Hersteller Sun Products. Ein Zukauf, mit dem die Düsseldorfer ihre Position auf dem wichtigen US-Markt stärken und näher an den Platzhirsch Procter & Gamble heranrücken wollen. Doch damit nicht genug: Vor zwei Wochen machten Gerüchte die Runde, wonach Henkel an der Reinigungs-Sparte des US-Unternehmens Sealed Air interessiert ist– ein weiteres 3 Milliarden Dollar Investment in den amerikanischen Markt.

Man sollte den Konsumgüterhersteller also auf keinen Fall unterschätzen, denn stille Wasser sind bekanntermaßen tief. Den Stempel “Langweiler!” verstehe ich im Fall von Henkel deshalb schon fast als Kompliment und Beweis dafür, dass die Geschäfte des Champions seit Generationen mit Bedachtsamkeit und Umsicht geführt werden. Die Bilanz-Präsentation des E-Auto-Pioniers Tesla heute Abend wird zwar mit mehr Spannung erwartet, als die des braven Persil-Herstellers, doch die Elektroautoschmiede dürfte trotz wachsender Umsätze mal wieder in die Verlustzone gerutscht sein. Dann handle ich doch lieber nach dem Motto: Persil- da weiß man, was man hat!

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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Die Aktie des Tages: Henkel

Die Aktie des Tages: Fresenius

Für Aktionäre des Gesundheitskonzerns Fresenius wird es morgen um 07:00 Uhr gleich doppelt spannend: Sowohl Mutter Fresenius, als auch Tochter Fresenius Medical Care präsentieren ihre Jahreszahlen 2016. Während sich Fresenius einen Namen als Deutschlands größter Klinikbetreiber gemacht hat, darf sich Sprössling Fresenius Medical Care (FMC) mit dem Titel “weltgrößter Dialyse-Konzern” schmücken.

Doch was macht FMC nun zu einem echten Champion, der seinen Namen auch verdient? Ein Blick auf den Aktien-Chart des Dialyse-Spezialisten verrät: Der Patient ist kerngesund. In den vergangenen zehn Jahren legte die FMC-Aktie im Mittel knapp 10 Prozent pro Jahr zu. Der Konzern hat sich für 2016 ein Umsatzwachstum von sieben bis zehn Prozent und einen Überschuss von 15 bis 20 Prozent zum Ziel gesetzt. Ob Fresenius Medical Care seine selbstgesteckten Ziele auch erreicht hat, bleibt abzuwarten, denn das Unternehmen hängt wortwörtlich “am Tropf” der USA. FMC verdient den Löwenanteil seines Gesamtumsatzes in Amerika, doch der Wandel des dortigen Gesundheitssystems verläuft nicht ohne Risiken und Nebenwirkungen.

Ende 2016 sorgte eine drohende Verordnung der US-Behörde Centers for Medicare and Medicaid Services (CMS), wonach Wohltätigkeitsorganisationen bestimmten Dialysepatienten keine Zuschüsse mehr für Zusatzversicherungen bezahlen sollten, für Unwohlsein. Nierenkranke hätten nach Willen der CMS lediglich eine Basisversorgung erhalten und FMC eine geringere Behandlungs-Vergütung. Eine Regelung mit erheblichen, nachteiligen Folgen für das besonders wichtige US-Geschäft des Konzerns. Doch zum Glück gab es vor rund vier Wochen “Entwarnung”: Ein von Fresenius und anderen Dialyse-Anbietern angerufenes Gericht hat den Vorstoß der US-Behörde bis auf weiteres gestoppt.

Mit einer einstweiligen Verfügung, die auf unbestimmte Zeit bestehen bleibt, bewegt sich FMC in den USA wieder auf sicherem Terrain und geht zugleich auf Expansionskurs: Anfang Februar wurde bekannt, dass der Dialysekonzern sein Australien-Geschäft ausweitet. Fresenius Medical Care kaufte 70 Prozent der Cura-Gruppe, einem Betreiber von Tageskliniken in “Down Under”.

Sie merken schon, liebe Leser, ich versuche Ihnen das Thema “Gesundheitsaktien” möglichst schmackhaft zu machen. Natürlich beschäftigt sich niemand gerne mit Themen, die einem buchstäblich “an die Nieren” gehen, aber rein wirtschaftlich gesehen ist die Gesundheitsbranche ein Wachstumsmarkt, der enorme Chancen für uns Anleger birgt. Der demografische Wandel führt dazu, dass Gesundheitsunternehmen weltweit immer mehr Dialyse-Patienten versorgen müssen. Eine fragwürdige Entwicklung, die sich jedoch positiv auf die Geschäftszahlen von Fresenius Medical Care auswirken könnte.

Wenn ich Ihr Interesse an Champions-Aktien wie Fresenius und Fresenius Medical Care wecken konnte, so empfehle ich Ihnen einen Blick in den boerse.de-Aktienbrief, mit dem Sie wertvolle Informationen und Empfehlungen zu den weltweit erfolgreichsten und sichersten Aktien erhalten. Denn was für Ihre Gesundheit gilt, trifft auch auf Ihren Vermögensaufbau zu: Vorsorgen ist besser als heilen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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Die Aktie des Tages: Fresenius

Unsere Börsenwoche: Die fünfte Jahreszeit

hat-2016797_960_720Die Stimmung an der deutschen Börse passte vergangene Woche nicht so recht zur “närrischen” Jahreszeit. Während in den Karnevalshochburgen die Jecken durch die Straßen zogen, wollte in Frankfurt einfach keine Stimmung aufkommen. Unser heimischer Leitindex Dax blieb in der Horizontalen und beendete eine ereignislose Börsenwoche mit 11.757 Punkten – lediglich 90 Punkte mehr als am Freitag zuvor.

Angesichts der Kurslethargie der vergangenen Handelstage wären ein paar “frische Impulse” aus den USA, wo noch stets die Trump-Euphorie die Kurse zwitschern lässt, mehr als willkommen. Doch Pustekuchen: An der Wall Street bleiben die Bürgersteige heute, an Georg Washingtons Geburtstag, hochgeklappt. Ein Fest, das seit der Präsidentschaft von “Mr. T” zwiespältige Gefühle bei der amerikanischen Gesellschaft auslösen dürfte. Der erste Präsident der USA war ein Mann, der “alle Herzen vereinte”. Eine Umschreibung, die auf Donald Tramp wohl kaum zutrifft.

Aus den Vereinigten Staaten weht also zumindest heute kein frischer Wind nach Europa. Fehlende US-Impulse bedeuten aber nicht automatisch, dass sich an “unseren Börsen” nichts tut, ganz im Gegenteil. Die “fünfte Jahreszeit” hat in der Finanzwelt nämlich noch eine andere Bedeutung: Sie steht Synonym für die “verrückte” Berichtssaison, die alle drei Monate die Kurse zum Schwanken bringt. Wenn börsennotierte Unternehmen ihre Bilanzen öffnen, droht Anlegern häufig eine Überraschung. Mal positiv, mal negativ – je nachdem, in welchem Maße ein Unternehmen die Erwartungen des Marktes erfüllt, übertrifft, oder enttäuscht. Dabei ist der erste Bilanz-Termin eines Jahres immer besonders bedeutungsvoll. Zum einen, weil dann die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres publiziert werden, zum anderen, weil börsennotierte, deutsche Unternehmen ihre Dividenden bekannt geben.

Während sich die Quartalssaison in Amerika langsam dem Ende zuneigt, stehen in Europa noch zahlreiche Börsen-Schwergewichte auf der Agenda. Darunter auch zwei Mitglieder des boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI): Sowohl Fresenius (Dienstag) als auch British American Tabacco (Donnerstag) lassen uns einen Blick in ihre Bilanzbücher werfen.
Ein deutsches Gesundheitsunternehmen und ein englischer Tabakkonzern in einem Index? Passt das denn zusammen? Ganz bestimmt sogar, denn beide Branchen erwiesen sich innerhalb der vergangenen zehn Jahre als besonders wachstumsstark und risikoarm. Aufgrund dieser Qualitätsmerkmale und einer herausragenden Kursperformance von +309 Prozent (Fresenius) und  +213 Prozent (B.A.T) qualifizierten sich die Werte für den BCDI-Index, mit dem auch Sie an der Wertentwicklung von Unternehmen aus der Nahrungs-, Genussmittel-, und Gesundheitsindustrie teilhaben können.

In starkem Kontrast zu den “soliden” Werten des BDCI stehen zwei Bilanz-Kandidaten aus den USA: Der “Activity Tracker”- Produzent Fitbit und die Elektroauto-Schmiede Tesla. Natürlich bin ich als Autor zur Objektivität verpflichtet, aber in diesem Fall muss ich bekennen, dass ich kein Freund von “Hype”-Aktien bin. Mit einer Investition in den E-Auto-Pionier Tesla ließen sich zugegebenermaßen schon viele Dollars verdienen, aber bei Oberklasse-Preisen, einem “visionären” Geschäftsführer und andauernder Sicherheits-Zweifel ist Tesla keine Aktie, die mich ruhig schlafen ließe.

Hätte ich mein Geld in die “trendy” Fitbit-Aktie investiert, so wäre ich chronisch übermüdet und fast pleite. Die Aktie des Fitnessarmband-Herstellers, der unter der starken Konkurrenz von Apple, Samsung oder Xiaomi leidet, verlor im vergangenen Jahr satte 57 Prozent an Wert. Ein Verlust, der selbst den Herzschlagmesser an den Rand seiner Kapazitäten gebracht hat.

Sie finden mehr Gefallen an risikoarmen Investments, als an der turbulenten Tesla-Aktie oder dem kraftlosen Fitbit-Papier? Dann werfen Sie doch mal einen Blick auf den BCDI, dem Index der zehn Top-Defensiv-Champions, der Sie auch in der “fünften Jahreszeit” ruhig schlafen lässt.

Ich wünsche Ihnen eine spannende und erfolgreiche Börsenwoche,

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Unsere Börsenwoche: Die fünfte Jahreszeit

Das sieht nicht gut aus: Unilever killt den Ketchup-Deal

off-insect-repellent-ice-cream-with-ketchup-small-74583Es hätte ein kulinarischer Genuss erster Sahne werden können: Magnum-Philadelphia, Lipton Capri-Sonne… träum weiter, du Foodie! Denn aus der 143-Milliarden-Dollar schweren Übernahme von Unilever durch Kraft Heinz wird erstmal nix. Der amerikanische Ketchup-Traum hat sein Angebot für den britisch-niederländischen Verbrauchsgüterhersteller nach nur zwei Tagen zurückgezogen.

Die hellseherischen Spekulanten unter euch hätten mit den Gerüchten um Unilever-Kraft Heinz am Freitag ganz gut Kasse machen können. Plus 13 Prozent standen auf dem Kursticker der Niederländer! Aber dann…

Ihr kennt vielleicht die alte Börsenweisheit: “Buy on rumour, sell on news”? Tja, darin steckt sicher ein Funken Wahrheit, aber wir Börsianer hatten nicht einmal die Chance “on news” zu verkaufen, denn der Deal wurde am Sonntag gecancelt und da sind bekannterweise selbst die Buttons der Profitrader eingefroren. Wer also am Freitag seine Unilever-Anteile nicht gleich wieder vertickt hat, der bekam heute den AXE-Effekt zu spüren: Unilever verlor nach Börsenstart rund 8 Prozent an Wert.

Vorerst wirds also nix mit Pfanni Mac&Cheese. Schuld daran ist angeblich Unilever und: Die Börse. Als Gerüchte über den Megadeal am Freitag die Kurse rockten, waren die Gespräche der beiden Konsumgüter-Multis gerade erst angelaufen und Unilever zog sich nach Bekanntwerden des Übernahmeversuchs erschrocken zurück.

Stellt euch vor, ihr bringt euer neues Sweetheart mit nach Hause und eure Eltern / Mitbewohner / Freunde fragen gleich mal, wann geheiratet wird. So ein Satz ist ein echter Flirt-Killer! Unilever, bedrängt durch den kräftigen Heinz mit dem noch mächtigeren Warren Buffett im Rücken, fühlte sich also leicht bedrängt und ergriff die Flucht: “Unilever sieht keine Basis für weitere Diskussionen”, verkündete der Konzern. Und tschüss, netter Quickie!

Welche Richtung Warren Buffetts Kraft Heinz-Aktien einschlagen werden, sehen wir übrigens erst morgen, da an der Wall Street heute aufgrund eines Feiertages nicht getradet wird. Bis dahin sind die News schon von gestern und der Kraft Heinz-Großaktionär Buffett kommt vielleicht mit einem Lächeln statt 8 Prozent Miesen davon… Happy Trading!

Das sieht nicht gut aus: Unilever killt den Ketchup-Deal