Die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Genau der passende Spruch für die Energiekrise, in der Stromfabrikant Eon steckt. Finanzchef Michael Sen, der noch am 9. November die 9,3 Milliarden Euro Verlust des Konzerns schöngeredet hatte, kündigte eine Woche später an, dass er zurück zu Ex-Arbeitgeber Siemens flüchtet. Mieses Karma!
Das Drama
Eon, RWE und wie sie alle heißen kämpfen um ihren Platz im Stromnetz und gegen die penetrante Konkurrenz grüner Energiezwerge, die ihnen mit Dumpingpreisen das Geschäft verpfuschen. Die Energiewende zwingt die Konzerne dazu, schmutzigen Kohle- und Atomstrom durch saubere Wind- und Sonnenenergie zu ersetzen. Schönes Ding, doch die Hippie-Epoche kostet die Stromversorger mehr Geld, als sie auf Tasche haben.
Der Wunsch
In der Morgenausgabe einer namhaften Wirtschaftszeitung erfahren wir heute, dass die tiefroten Zahlen absolut kein Grund sind, um sich Sorgen zu machen. Eon-Chef Teyssen hat scheinbar ein paar Sunshine-Pills gefrühstückt und glaubt an die “hohen Werte, die noch in den Netzen schlummern”. Innere Werte sind ja ne feine Sache, bringen die Bilanz aber noch lang nicht zum Strahlen.
Die Wirklichkeit
Sowohl Eon, als auch Konkurrent RWE entschieden sich für eine interessante Form der Problemlösung: Die Kernspaltung. RWE zeugte seine schöne, grüne Tochter Innogy, die das Ökostrom-Business irgendwie sexy machen soll und Eon setzte Uniper in die Welt. Der Firmen-Sprößling, der morgen seine 9Monatszahlen präsentiert, hat weder seine Webdomains im Griff (www.uniper.de garantiert Hochspannung in anderen, ähm, Regionen), noch sein Kohle-, Gas-, und Wasserkraft-Business.
Rote Zahlen, rote Kurs-Kurven, die Energieversorger brauchen dringend frisches Kapital, um die Kosten für den Atomausstieg und die umweltfreundliche Neuausrichtung irgendwie zu deckeln.
Investoren anpumpen, das wäre doch ne Idee! Doch leider gibts für Eon derzeit auch an der Börse wenig zu verdienen. Der Kurs rutschte von 8,50 Euro im August auf rund 6 Euro heute. How low can you go? Happy Trading!



Hinterlasse einen Kommentar