Die Bringer der Woche: Der Bär ist los

maxresdefaultIch weiß nicht, wies euch geht, aber mir steckt der Schreck des Brexit- Black Friday’s noch ziemlich in den Knochen. Der völlig überraschende Austritt der Engländer aus der EU ist ein historisches Ereignis und gleichzeitig der erste Börsencrash in meiner Autoren-Karriere. Der letzte Aktien-Absturz, bei dem der DAX um fette 13 Prozent in die Tiefe rauschte, ereignete sich übrigens 2011 aufgrund der drohenden Schuldenkrise in Europa und den USA. Letzten Freitag verlor unser Index auf dem Höhepunkt seiner Depression rund 10 Prozent, konnte sich aber nach dem ersten Schock doch noch leicht erholen und ging mit knapp 7 Prozent aus dem Rennen. Die unglaubliche Summe von fünf Billionen Dollar löste sich innerhalb weniger Stunden in Luft auf.

Zu den größten Verlieren zählten Banken, Versicherungen und das englische Pfund, das seit 30 Jahren nicht mehr so tief stand wie am Freitag. Sommerurlaub schon geplant? Auf ins schöne Großbritannien zu Schnäppchenpreisen! Oder wie wärs mit einer Flucht ins Gold? Der ewige sichere Hafen kann sich vor Krisen-Touristen kaum noch retten und erlebte am Black Friday einen Glanztag mit Plus 4,5 Prozent.

Das BUXianer-Lager hat sich wahrscheinlich in drei Teile gespalten. Die “WTF”- Anhänger, die wie ich und die absolute Mehrheit der Börsianer letzte Woche auf ein “Bremain” und steigende Kurse spekuliert hat, die “Whatever”- Stoiker, die der Meinung sind, dass in jeder Krise eine Chance steckt und die “Lucky Bastards” die ihre Anteile in weiser Voraussicht noch rechtzeitig vercheckt, oder auf fallende Kurse gesetzt haben.

Die Frage, die sich die gesamte Finanzwelt heute stellt und die wir hier bei BUX auch nicht beantworten können, ohne als fiese Scharlatane beschimpft zu werden, ist: Wie? Gehts? Weiter? I ! Dont! Know! Aber es gibt zwei Theorien. Immerhin.

Die Positivisten sind der Meinung, dass die Börsen schon andere Tiefschläge verkraftet haben und es nur eine Frage von Tagen ist, bis sich das Index-Barometer wieder eingependelt hat. Großbritannien ist schließlich nicht vom Erdball gerutscht und wird bald in neuem Glanz auferstehen. Die Pessimisten (oder Realisten?) dagegen befürchten eine weitreichende Wirtschaftskrise, die nicht nur England, sondern auch den Rest Europas treffen könnte. Unsicherheit war noch nie ein Stimmungsmacher auf den Finanzmärkten und der Brexit als Novum könnte für noch mehr Instabilität und zumindest temporär fallende Kurse sorgen.

Besonders hart dürfte es neben englischen Banken und Versicherungen auch deutsche Aktien wie BMW, Daimler, Deutsche Post und RWE treffen, die rund 10 Prozent ihrer Umsätze mit dem Königreich machen und die Konsequenzen des Brexits nur schwer einschätzen können. Diese Krisen-Kandidaten verloren am Freitag 8-10 Prozent an Wert und könnten jetzt entweder als ganz heiße Einstiegs-Chancen gehandelt werden, oder auch in den kommenden Tagen unter der Brexiteritis leiden.

Brexit hin oder her- das Börsenleben geht weiter. Bei vielen Unternehmen ist “business as usual” angesagt und das ist auch gut so. Vielleicht sorgen Nike (Dienstag) und Monsanto (Donnerstag) mit ihren Quartalszahlen für Adrenalinkicks auf dem Parkett? Auch unser Dauerbrenner Volkswagen könnte diese Woche wieder für das ein oder andere Kurs-Gewitter verantwortlich sein. Am Dienstag endet die Gnadenfrist zur Einigung mit den US-Behörden und der Autobauer hat dann langsam Gewissheit über das ganze finanzielle Ausmaß der Dieselgate-Affäre in den USA und über die Kostenlawine, die auf ihn zurollt.

Spannende Zeiten, liebe BUXers! Das Motto der Woche könnte “No risk, no fun” lauten. Macht euch auf ein paar kurstechnische Überraschungen bereit, die eure Trades eventuell in den Keller schicken, aber gleichzeitig auch eine Top-Einstiegschance sein könnten. The show must go on!

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Die Bringer der Woche: Alles aus und vorbei?

vift-valentines-day-breakup-kit“Brexit”. Ekliges Wort. Klingt irgendwie nach Ex, Breakup, aus und vorbei. Und genau das bedeutet es auch: Das mögliche Goodbye Großbritanniens aus der Europäischen Gemeinschaft, über das die Engländer diese Woche, am 23.6., abstimmen. Momentan gehen die meisten Meinungsforscher aufgrund der letzten Umfrage-Ergebnisse davon aus, dass das Votum ein verdammt knappes Kopf-an-Kopfrennen zwischen Brexit-Fans- und Gegnern wird.

Obwohl die Brexit-Chancen 50:50 oder vielleicht sogar nur 40:60 stehen, so verbreitet die Presse dennoch am liebsten Worst-Case- Szenarien vom EU-Ausstieg der Engländer. Und das, obwohl kein Mensch vorhersehen kann, wie letztendlich gestimmt wird und ob ein Brexit wirklich einem Weltuntergang nahe käme. Nach wochenlangem “Zinsen, Zinsen, Zinsen” Gejammer kann ich jetzt echt kein ewiges “Brexit, Brexit, Brexit” Geheule mehr vertragen..Also lasst uns mal ein bisschen entspannt an die Sache rangehen und beide Szenarien unter die Lupe nehmen:

1. Gehen

Viele Wirtschaftsweise fürchten die möglicherweise gravierenden ökonomischen Folgen eines Austritts der Engländer aus dem Kaffeekränzchen der EU-Mitgliedsländer. Es steht mehr auf dem Spiel als der Ausschluss aus dem Eurovision Songcontest, oder die Besteuerung deutscher Bratwurst-Importe. Es geht um Handelsabkommen, juristische Probleme, England als Standort und Dreh- und Angelpunkt für viele internationale Unternehmen und Banken und nicht zuletzt um ein Negativ-Beispiel für andere EU-Länder, die Großbritanniens Vorbild folgen könnten.

Uns BUXers interessieren natürlich vor allem die Folgen, die ein Brexit für Aktien, Währungen und Rohstoffe mit sich bringen könnte. Da “Brexit” als gleichbedeutend mit “Krise” gesehen wird, könnte Gold als “sicherer Hafen” wiedermal ein Revival erleben. Etwas düsterer siehts dagegen für das britische Pfund aus. Die Landeswährung könnte gegenüber dem Euro kräftig verlieren, oder sogar 1:1 gehandelt werden.

Angst ist kein guter Berater der Aktienmärkte. Deshalb rechnen Beobachter damit, dass es im Falle eines Brexit tage- ja vielleicht sogar wochenlang zu kräftigen Kursschwankungen, wenn nicht sogar zu einem “Black Friday”, einem weltweiten Aktien-Kollaps, kommen könnte. Im Falle eines Austritts Englands werden alle Geschäfte mit dem Königreich komplizierter, worunter vor allem europäische Export- und Import- Unternehmen leiden würden. Allen voran Aktien der Autoindustrie und der Banken, die zu den größten Kurs-Verlieren zählen dürften.

2. Bleiben

Obwohl wir gedanklich schon auf “time to say goodbye” eingestimmt sind, besteht die realistische Möglichkeit, dass England Teil der EU bleibt. Hübsches Szenario, das vor allem den jungen Briten, die für den Erhalt von Arbeitsplätzen, Bildungsmöglichkeiten und der internationalen Position ihres Landes kämpfen, ein big smile ins Gesicht zaubert. Auch aktientechnisch gesehen wäre im Falle eines “Remain” (Bleiben) Party auf dem Parkett angesagt. Den Börsianern würde wahrscheinlich eine pfundschwere Last von den Schultern fallen und selbst die zögerlichsten Trader würden wieder auf den Handelsteppich zurückkehren. So könnte “Remain” zur Mega-Einstiegschance für alle risikofreudigen BUXianer werden.

Apropos Risiko: Turbulenzen ahead! Diese Woche solltet ihr besser nicht den großen Trade-Master raushängen lassen. Sogar die Profis raten davon ab, vor dem Votum in die Vollen zu gehen. Diversifikation heißt das Zauberwort! Ein paar Rohstoffe, internationale Aktien, englische Aktien, Währungen.. Der Mix macht die Musik und streut euer Risiko. Just in case…

Bleibt die Frage, mit welchen Aktien wir uns bis Donnerstag die Zeit vertreiben? Der Spielkamerad der Woche heißt: VW. Am Mittwoch laden die Wolfsburger zur Hauptversammlung, bei der vermutlich hitzig über umstrittene Boni-Zahlungen für hochrangige VW-Manager und die Einsetzung eines Sonderermittlers zur Aufarbeitung des Dieselgate-Skandals diskutiert wird. Das ist der Stoff, aus dem die Trade-Träume sind!

So ihr Lieben, ich bin raus, Exit, aus. Nächste Woche sind wir auf jeden Fall klüger und hoffentlich auch reicher. Happy Brexing!

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Die Bringer der Woche: Endlich!

the-chick-is-finally-freeHeute ist Montag der 13.. Kein schlechtes Omen, oh nein! Diese Woche können wir endlich anstoßen- auf die lang erwartete Fußball EM und ähm… auf den Zinsentscheid der US-Notenbank. Was für ein Burner! Am Mittwoch, zur besten Tagesschau-Zeit und kurz vor dem Spiel Frankreich gegen Albanien, betritt US-Notenbankchefin Janet Yellen das Podium, um zu verkünden, ob und um wie viel Prozentpünktchen der US-Zinssatz erhöht wird. Diesmal gibts kein “vielleicht” oder “wahrscheinlich”. Diesmal ist Klartext angesagt!

Da das Deutschland-Spiel erst am Donnerstag stattfindet, könnten wir am Mittwoch also durchaus Janet als Angrill- Alibi nehmen, oder? Okay, okay, vielleicht ein wenig übertriebene Aktion, aber die Profi-Börsianer warten echt schon seit Wochen auf dieses Happening, das die Aktienkurse in den kommenden Tagen vollkommen hypnotisieren könnte.

Während eine (relativ unwahrscheinliche) Zinserhöhung für Banken-Aktien echt der Knaller wäre, würden die Kurse der meisten anderen Unternehmen zumindest übergangsweise leiden. Banken freuen sich natürlich, wenn sie endlich wieder Kredite gegen würdige Zinsen verticken dürfen, andere Unternehmens-Aktien verlieren dagegen an Sexappeal, da Sparbuch & Co. dann wieder mehr Rendite abwerfen. Ihr seht schon, zwiespältige Sache, der Zinsentscheid! Letzten Endes müsst ihr entscheiden, ob ihr eure Trades vor Mittwochabend versilbert, oder das (geringe) Risiko eines Kursgewitters nach Janet’s Auftritt in Kauf nehmt.

Und dann wollen wir natürlich noch wissen, welche Unternehmen diese Woche im Rampenlicht stehen. Heiße Kandidaten für den roten Teppich sind Apple, die heute Abend zur Entwicklerkonferenz einladen und die beiden Textil-Multis H&M und Inditex (Zara), die sich beide den Mittwoch für ihre Quartalszahlen-Präsentation auserkoren haben. Mit ein bisschen Glück darf ich euch an diesem Tag ausführlich von den In’s und Out’s der Modebranche berichten, doch soviel schon mal vorweg: Die beiden Runway-Konkurrenten liefern sich schon seit Jahren ein spannendes Rennen um die Fashion-Krone, wobei Zara-Mutter Inditex die unangefochtene Nummer eins ist und wohl auch bleibt. H&M hatte nach eigenen Angaben unter dem wechselhaften Frühling und der ebenso launischen Kundschaft zu leiden und enttäuschte die Analysten bereits im April mit flauen Umsätzen. Ganz im Gegensatz zum Zara-Konzern Inditex, der von Tochter-Marken wie Massimo Dutti und Bershka profitiert und weiterhin kräftig auf Expansionskurs setzt.

So, ihr BUXers. Ich gebe zu- ich bin total verkatert und muss jetzt unbedingt noch eine Runde nachschlafen. Ab 09.03 Uhr bin ich wieder am Start für ein paar fitte Trades. Ihr auch?

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Die Geldgeschenke der EZB

2-format2403Heute steht ähm, recht wenig auf unserem Stundenplan. Wo sind sie denn, die Quartalszahlen, die Hauptversammlungen, die US-Notenbanksitzungen? Alle schon in der Sommerpause, oder wie? Nicht ganz, denn von der EZB (Europäischen Zentralbank) gibt es Big News. Seit gestern ist die Mutter aller Banken unter die Bonds-Händler gegangen und kauft im großen Stil Unternehmensanleihen. Das sind Schuldscheine, die Firmen an Investoren gegen Zinsen verkaufen. Dabei gilt die goldene Regel: Je wackeliger ein Unternehmen dasteht, desto mehr Zinsen muss es geben und desto höher ist auch die Rendite für Investoren.

Wir dürfen uns zu Recht fragen: Warum mischt sich eine Notenbank jetzt direkt ins Geschäft von Unternehmen ein? EZB-Boss Draghi hat einen Masterplan versonnen, um die europäische Wirtschaft weiter anzuheizen. Firmen-Kredite gegen Null-Zinsen hatten nicht den gewünschten Effekt und so zaubert Mario Draghi ein letztes Kaninchen aus dem Hut- Finanzspritzen per Firmenanleihen. Anders gesagt wird die EZB zum Gläubiger kleiner und großer Firmen, denen sie Geld gegen Zinsen leiht. Durch die günstigeren Kreditkonditionen wird es für die betroffenen Unternehmen billiger, sich zu finanzieren und das kommt wiederum der Wirtschaft zugute. Kompliziert Geschichte, aber wichtig für uns Trader, denn die auserwählten Firmen könnten aktientechnisch kräftig von Draghis umstrittener Mission profitieren.

Die Shoppingliste der Zentralbank wird zwar erst am 18. Juli bekanntgeben, doch die Gerüchteküche brodelt schon heftig. So sollen Anleihen von Telefonica, Versicherungen und auch Energieversorgern wie RWE oder E.ON auf Draghis Wunschzettel stehen und pro Anleihen-Deal zwischen drei und fünf Millionen Euro kosten. Voll Vorfreude sprangen heute die Aktien von RWE und E.ON um 3-4 Prozent nach oben und auch andere, betroffenen Firmen könnten von der EZB-Einkaufstour profitieren.

Weihnachten liegt noch in weiter Ferne, liebe BUXers, doch es könnte sich lohnen, Draghis Wunschzettel gut im Auge zu behalten. Happy Trading!

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Analysten versalzen K+S die Suppe

61mCLS6-SfL._SL1200_“Wie gewonnen, so zerronnen”, “Die Letzten werden die Ersten sein”, “You win, you lose”.. Es gibt ne Menge schlauer Redensarten, die heute zu K+S passen würden. Der Kali – und Salz-Produzent beglückte seine Investoren gestern mit einem würzigen Plus von 5 Prozent, nur um ihnen heute mit Minus 4 Prozent wieder kräftig die Suppe zu versalzen. Na? Wer von euch BUXern hatte da den richtigen Riecher und hat das K+S Ding rechtzeitig vertickt?

Solltet ihr- wie ich- zu den lucky loosern zählen, dann kann ich euch beruhigen. Manche Entwicklungen an der Börse sind einfach nicht vorhersehbar! Im Fall von K+S standen gestern alle Zeichen auf Sommermärchen, nachdem die Klage gegen die Kassler wegen Gewässerverunreinigung fallen gelassen wurde. Angler, Naturschützer und die thüringische Gemeinde Gerstungen hatten K+S im Verdacht, Trinkwasser mit Salzabwässern verunreinigt zu haben. Wäre da was dran gewesen, so hätte der Düngemittel-Konzern mit enormen Kosten und Produktionsausfällen rechnen müssen. Doch die Staatsanwaltschaft Kassel sieht keine Anhaltspunkte, die zu Lasten des Angeklagten gehen und so wäscht K+S seine Hände in Unschuld. Die Aktie jubelte über den Triumph vor Gericht und legte gestern eine filmreife Performance hin.

Bis, ja bis, die Analysten von Bernstein Research die Party crashten. Die Herren prognostizieren, dass dem Kalipreis auch in den kommenden Monaten die Nährstoffe fehlen und stufen das K+S Papier aufgrund dieser Einschätzung nach unten. Damit meinen sie, dass die Aktie der Kassler wahrscheinlich schlechter performen wird, als erwartet. Kali-Hersteller leiden weltweit unter den niedrigen Preisen am Markt und auch Großkunde China könnte sich mit neuen Bestellungen aufgrund gut gefüllter Lager Zeit lassen.

Und jetzt sitzt ihr am St(r)euer: War das schon das Ende der kurzen K+S Erfolgsgeschichte, oder kann der Düngemittelkonzern die Analysten eines Besseren belehren? Happy Trading!

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VW: China schiebt den Absatz an

MomentWährend die Aktionäre des krisengebeutelten Energieriesen E.ON zur Stunde bei der Hauptversammlung über dessen Kernspaltung in zwei Unternehmen (E.ON und Uniper) abstimmen, wagen wir einen Blick nach China. Zu nachtschlafender Zeit schwappten Konjunkturdaten über den Teich, die den deutschen Auto-Aktien kräftig Vorschub verleihen könnten.

China ist schon seit Langem eines unsere größten Sorgenkinder, weil die Wirtschaft nicht so wachsen will wie erhofft und vielen deutschen Export- Unternehmen schlaflose Nächte beschert. Heute Nacht konnten die Finanzwelt und leidgeplagte Manager erstmal kollektiv aufatmen: Die Volksrepublik importierte im Mai zwar 0,4 Prozent weniger, doch Analysten hatten mit einem Einbruch von gut 6 Prozent gerechnet. Der Patient ist krank, aber nicht halbtot, könnte man sagen. Als Rettungsanker entpuppten sich die PKW-Verkäufe, die im letzten Monat um 11,4 Prozent auf 1,76 Millionen Stück zugelegt hatten. Seit Januar konnten die Autobauer insgesamt ein Plus von 7,7 Prozent verbuchen. Logisch, dass sich VW, Mercedes und BMW ins Fäustchen lachen, wenn ihr wichtigster Absatzmarkt mit überraschend guten Zahlen glänzt.

Doch woher kommt der chinesische Auto-Boom? Nach einem schlappen Neuwagen-Geschäft im Sommer 2015 beschloss die chinesische Regierung eine Senkung der Mehrwertsteuer für Kleinwägen mit höchstens 1,6 Liter Hubraum und auch die Hersteller lockten ihre Kundschaft mit extra Preisnachlässen in die Autohäuser. Mit Erfolg: Vor allem die Hersteller kleinerer Fahrzeuge profitierten von der Schnäppchen-Kampagne und konnten ihre Verkaufszahlen kräftig steigern. Kleine Fahrzeuge? Das ist nicht gerade die Spezialität der Premium-Marken BMW und Daimler, die die chinesischen Millionen-Metropolen vor allem mit dicken SUV’s erfreuen. VW könnte dagegen mit Kleinwägen wie dem Polo punkten, die eine echte Made in Germany-Alternative zu den China-Krachern von Toyota bieten.

Was meint ihr BUXers? Kann VW vom Auto-Appetit der Chinesen profitieren und boxt sich die Aktie heute weiter in den grünen Bereich?

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Thyssenkrupp: Ist das U-Boot-Business in Gefahr?

143030489766611_5ea642d4cafd3a794345b54bfe9ccb93Während die Börsianer auf die Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen zum Thema Zinserhöhung heute Abend warten, vertreiben wir uns lieber die Zeit mit einem deutschen DAX-Klassiker: thyssenkrupp. Noch eine Randnotiz aus der Kategorie “Unnützes Wissen”: Wer thyssenkrupp googelt, der stößt auf eine unglaubliche Vielfalt an Schreibweisen. ThyssenKrupp, Thyssen-Krupp, Thyssenkrupp.. Alles falsch! Der Stahlbauer macht einen auf jung und hipp und schreibt sich klein und zusammen. Der Imagewandel sollte Ende 2015 die Stärke und Einigkeit des Konzerns widerspiegeln. Ein frommer Wunsch, der heute ins Wanken gerät. Die Jungs aus dem Ruhrpott bezeichnen sich selbst als “diversifizierten Industriekonzern” was soviel bedeutet wie: die mischen überall mit. Aufzugbau, Chemie, Bergbau, Luftfahrt, Automobil, Öl, Gas und Schiffsbau.

Doch gerade die letzte Sparte bereitet uns heute Morgen ziemlichen Kummer. Thyssenkrupp sorgt sich um sein Werften-Geschäft und spielt dabei mit gezinkten Karten. Nach außen hin macht der Konzern einen auf Schönwetter, doch die betroffenen Mitarbeiter erfuhren in einem internen Schreiben die unangenehme Wahrheit: “Die veränderte Auftragslage und der damit verbundene Wegfall an Beschäftigung werden weitreichende Auswirkungen auf unser Unternehmen haben und uns in den kommenden Jahren vor große Herausforderungen stellen”.  Am “Auslastungstief” ist der geplatzte 34 Milliarden Euro U-Boot Deal mit Australien schuld, den thyssen an den französischen Schiffbaukonzern DCNS verloren hatte.

Nachdem das Schreiben der Geschäftsleitung den Redakteuren der “Welt am Sonntag” in die Hände gefallen war, bemüht sich das Management auch schon um erste Beschwichtigungsversuche. Die Marine-Tochter TKMS werde eine Prüfung unterzogen, aber nichts genaues weiß man nicht. Hey, Jungs! Schon mal was von “Schweigen ist Gold” gehört? Seine Mitarbeiter und Aktionäre prophylaktisch zu beunruhigen ist doch eher kontraproduktiv, oder? Hoffentlich verzeiht der Kurs der thyssen-Aktien den kleinen Ausrutscher…

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Die Bringer der Woche: Anpfiff!

SPAINITALY04Und wöchentlich grüßt das Murmeltier…kann man sein Börsen-Leben eigentlich “verwarten”, frage ich mich? So machens jedenfalls die Profi-Trader, bei denen schon seit Wochen Däumchendrehen angesagt ist. Letzte Woche boten die Meetings der Opec (die wichtigsten Öl-Länder der Welt) über eine Begrenzung der Fördermenge und das Treffen der EZB (Europäische Zentralbank) über die Zinspolitik genügend Entschuldigungs-Potential, um Aktien nicht zu kaufen. Niemand wollte sich vor diesen wichtigen Entscheidungen zu weit aus dem Fenster lehnen und so übt unser DAX seit Wochen Wassertreten. Öde Sache!

Doch die Aktienmärkte reagieren nunmal ultra sensibel auf Bewegungen des Ölpreises und der Leitzinsen. Beide Instrumente können Aktienkurse indirekt beeinflussen, weil sie beispielsweise Produktionskosten für Unternehmen erhöhen, oder Firmenanteile wegen höherer Zinsen fürs Sparbuch weniger interessant werden. Letzteres bereitet den Tradern schon seit Monaten Kopfzerbrechen: Wann erhöht die US-Notenbank endlich den amerikanischen Leitzins? Fast wöchentlich schwingt Mrs. US-Notenbank, Janet Yellen, irgendwo eine Rede und die Welt hängt gebannt an ihren roten Lippen. Und jedes Mal läuft der gleiche Film: die Aktienmärkte erstarren vor ihrer Ansprache in gebannter Erwartungshaltung, legen jedes Wort auf die Goldwaage und sind hinterher trotz neurotischem zwischen-den-Zeilen-lesen kein Stück schlauer als vorher.

Heute Abend um 18.30 Uhr unserer Zeit tut sie’s wieder: Janet erzählt beim World Affairs Council of Philadelphia irgendwas mit “vielleicht” oder “vermutlich” und sorgt damit weder für Klarheit, noch Erleichterung. Nervig. Aber so ist das nunmal- an der Börse zählen halt nicht nur die Resultate, die Unternehmen einfahren, sondern auch das Ganze drumherum, das den Erfolg von Firmen irgendwie beeinflussen könnte. Also auch Währungen, Wechselkurse, politischer Kram, Zinsen und..Sportereignisse.

Was für eine Überleitung, hehe. Im Gegensatz zu den Profi-Börsianern warten wir auf Freitag, den Kick-Off der Fußball EM! Und natürlich sitzen wir bis es soweit ist auch nicht passiv-gelähmt vor unseren Smartphones, sondern traden fröhlich weiter! Zum Beispiel Sportaktien wie Adidas, die zu den großen Gewinnern der EM zählen könnten. Die Franken rüsten fast die Hälfte aller Teams mit drei Streifen aus, produzieren den Turnierball und sind einer der Top-Sponsoren. Die Aktie könnte vom Trikot-Boom kräftig profitieren, aber es wäre auch möglich, dass der EM-Effekt schon in den 17 Prozent Umsatz-Zuwachs im ersten Quartal einkalkuliert war.

Bleiben noch Nike und EM-Schmarotzer wie Accor (Hotels), Heineken, oder diverse Fluggesellschaften, die von dem Großereignis profitieren könnten. Genug Stoff, um die Europameisterschaft auch trade-technisch noch spannender zu machen!

Etwas öde, aber diese Woche mega wichtig: Die Hauptversammlung von E.ON, dem Riesen mit Energie-Krisen. Die Aktionäre müssen mit einer 75 prozentigen Mehrheit einer Aufspaltung in zwei Unternehmen zustimmen, damit sich E.ON auf das zukunftsträchtige Ökostrom-Geschäft konzentrieren kann und Tochter Uniper das leidige Kohle- und Gas-Geschäft übernimmt. Ob der Aktienkurs nach der Kernspaltung vielleicht endlich einen Energie-Kick erlebt?

Und jetzt wirds langsam Zeit, dass wir in die Pötte kommen, BUXers! Grill, Panini-Sammelalbum, Wimpel am Auto, Biervorrat- alles gecheckt? Dann platziert jetzt noch eure Sieger-Trades und ab geht’s in eine Woche voller Spiel, Spaß und Spannung.

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Google goes China?

Online crime scene with a finger print left on backlit keyboard with Chinese flag on it

Fast schon ein historischer Moment: Google denkt über eine Rückkehr nach China nach. Noch handelt es sich um Gerüchte, die Google-Chef Sundar Pichai auf einer Konferenz in die Welt setzte, doch dem Internet-Riesen scheint es Ernst zu sein. Vor 6 Jahren beugte sich die Suchmaschine der Pekinger Regierungs-Zensur und diversen Hacker-Attacken und zog sich mit einem Lächeln aus dem Land zurück.

Doch der Ruf des Geldes und das Potential, das eines der wachstumsstärksten Internet-Märkte der Welt birgt, sind doch zu verlockend, um chinesischen Suchmaschinen wie Baidu dauerhaft die Alleinherrschaft zu überlassen. “Wir wollen in China sein und chinesischen Nutzern dienen”, sagte Google-Chef Sundar Pichai gestern Abend. Er ließ jedoch offen, mit welchen Diensten und zu welchem Zeitpunkt der Feldzug geplant ist. Momentan verkauft Google in China nur Online-Werbeanzeigen. Die Suchmaschine, Gmail, Maps, oder Apps bleiben den Chinesen bislang vorenthalten.

Als der Internetgigant 2010 nach Hong Kong flüchtete, um von dort aus chinesische Nutzer unzensiert surfen zu lassen, zog sich Google schon einmal den Zorn der chinesischen Regierung zu. Pressefreiheit, Menschen-oder Urheberrechte sind ohnehin ein heikles Thema und so könnte die Rückeroberung der chinesischen Internet-Landschaft noch eine Weile dauern. “Google wolle mit Bedacht mögliche Einschränkungen abwägen” betonte Mr. Pichai in seiner Rede gestern Abend. Schon Ende 2015 machten Gerüchte die Runde, dass Google mit seiner App-Plattform gerne wieder ins Reich der Mitte vordringen würde. Ob und wann weiß allerdings nur das Google-Universum.

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Schmierig! Das Geschäft mit dem Öl

surfrider_calendar5Aus irgendeinem unerfindlichen Grund habe ich heute Morgen über das Thema Weltmacht nachgedacht und dabei fiel mir auf, dass die meisten mächtigen Dinge oder Menschen ziemlich unsexy und manchmal sogar gefährlich sind. Politiker, Banken, Terroristen, Michael Jackson und.. Öl! Der Schmierstoff stinkt, verklebt die Federn unschuldiger Wasservögel, kostet ne Stange Geld und ist für mich nur in Form von Sonnenschutz-Kokosöl zumutbar.

Dennoch: kaum eine andere Substanz schafft es, den Weltfrieden in Gefahr zu bringen, ganze Wirtschaftsnationen zu traumatisieren und die Aktienkurse in Atem zu halten. Wir alle hänge am Öl-Tropf, weil ohne den Stoff keine Fabrik raucht, kein Auto fährt und die Heizung kalt bleibt. Unsere Abhängigkeit machen sich die großen Öl-Mächte wie die USA, Saudi-Arabien oder Russland zu Nutze, um Rohstoff-Poker im ganz großen Stil zu spielen. Wer produziert, dominiert. Deshalb ist der Ölpreis auch weitgehend abhängig von den Beschlüssen der sogenannten Opec-Länder (Organisation Erdölexportierender Länder), die sich heute im schönen Wien treffen.

Der Ölpreis schwappte in den letzten Monaten von abgrundtief bis himmelhoch jauchzend. Mussten im Juni 2014 noch mehr als 110 Dollar für ein Fass (159 Liter) der Sorte Brent gezahlt werden, so waren es im Februar 2016 für kurze Zeit weniger als 30 Dollar. Momentan hat sich der Preis pro Barrel auf ungefähr 50 Dollar eingependelt und liegt damit wieder auf einem Niveau, bei dem sich die Pumperei auf für weniger reiche Staaten mit hohen Förderkosten, wie beispielsweise Nigeria, wieder lohnt.

Alles in Butter? Nee! Denn sowohl der Preisverfall, als auch der letzte Preisanstieg haben leicht perverse Gründe. 2014 bauten die USA  ihr umstrittenes “Fracking” (Herauspressen von Rohöl aus unterirdischen Gesteinsschichten) aus und sorgten mit der sprunghaft erhöhten Fördermenge für eine Art Öl-Tsunami. Damals wäre es Opec’s Job gewesen, der Pumperei durch die Einführung eines Förderlimits den Hahn abzudrehen, um einen weltweiten Preisverfall aufgrund des Überangebots zu verhindern. Doch die superreiche Öl-Nation Saudi-Arabien machte dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Im Gegensatz zu armen Ländern mit hohen Förderkosten, wie beispielsweise Nigeria, verdient Saudi-Arabien auch noch bei Preisen von rund 20 Dollar pro Fass ganz gut Geld. Und über ein finanzielles Ruhepolster verfügen die Scheiche ja auch noch. Deshalb verfolgen die Saudis den Plan, die Welt auch weiterhin mit Öl zu Dumpingpreisen zu fluten, um kleinere Exportländer, für die sich die Pumperei nicht mehr lohnt, aus dem Markt zu drücken.

Fiese Sache, funktioniert aber. Der Grund für den derzeit recht hohen Ölpreis liegt deshalb auch nicht am Wohlverhalten der Opec, sondern an Waldbränden in Kanada und politischen Unruhen in Afrika. Von Einsicht also keine Spur. Und so wird vermutlich auch das heutige Meeting in Wien beschlusslos zu Ende gehen. Aber nett, sich mal wieder getroffen zu haben. Shake Hands. Und Tschüss.

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