Gemälde, Oldtimer, Juwelen: Was taugen Sammlerstücke als Geldanlage?

precious-1199183_960_720Schwankende Aktienkurse, ultra- niedrige Zinsen, regulierte Kryptowährungen, weltpolitische Unsicherheiten: viele Anleger fühlen sich von den momentanen Rahmenbedingungen verunsichert und flüchten in “abstrakte” Märkte jenseits der klassischen Anlageformen. Zum Beispiel in Kunst oder Oldtimer, sogenannte “Collectibles”, also Sammlerstücke.

Zugegeben: ein verlockender Gedanke, der die Fantasie vieler Investoren beflügelt. Man kaufe ein Gemälde eines (noch!) nicht entdeckten Künstlers zu einem günstigen Preis, hänge es an die Wand, erfreue sich an seinem Anblick und versilbere das Kunstwerk ein paar Jahre später zu einem exorbitant höheren Preis. So einfach geht Geldverdienen!

Kunst oder Krempel?

Auch die mediale Berichterstattung rund um das Thema Kunst & Kapital gießt Wasser auf die Mühlen. Zum Beispiel mit Schlagzeilen wie diesen: “Ist 2018 das Jahr der sensationellen Scheunenfunde?” oder: „Bares für Rares: Diese Schätze sorgen für Sensationssummen”. So brachte beispielsweise eine Beatles-Schallplatte ganze 30.000 Euro, ein Oldtimer der Marke Borgward 35.000 Euro, und eine seltene Goldmünze 25.000 Euro ein. Summen, mit denen die glücklichen Besitzer nicht gerechnet hatten. Auf dem “echten” Kunstmarkt locken, zumindest in Theorie, natürlich noch höhere Verkaufspreise.

Zum Beispiel beim Auktionshaus Sotheby’s, dessen Geschäftsjahr 2018 mit der Versteigerung von Picassos schönem Porträt der Marie-Therese Walter für 70 Millionen Dollar an das hervorragende Vorjahrsresultat anknüpfte. Sotheby’s Managing Director Deutschland, Dr. Philipp Herzog von Württemberg, kommentierte die Geschäftsentwicklung: „2017 war ein sehr gutes Jahr, das Sotheby’s mit einem Konzernumsatz von 5,5 Milliarden Dollar abschließt; dies entspricht einer Steigerung von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sowohl die erzielten Gesamtergebnisse in den Auktionen weltweit und den Privatverkäufen zeigen ein Wachstum von 8 Prozent respektive 28 Prozent”.

Eine Asset-Klasse für Kenner

Das Interesse an Sammlerstücken als Geldanlage scheint also zu wachsen. Doch die Rendite von Kunst-Investments hinkt den Erwartungen eindeutig hinterher. Eine neue Studie von Wissenschaftlern der London Business School und Experten der Schweizer Bank Credit Suisse zeigt eindrucksvoll, wie sich verschiedene Anlageklassen seit 1900 entwickelt haben. Darunter Aktien, Gold, Immobilien, Anleihen und: Kunst. Die vielleicht wichtigste Erkenntnis der Studie: Aktien zahlen sich auf lange Sicht immens aus. So lag die Rendite bei einer weltweiten Aktienanlage seit 1900 bei 5,2 Prozent pro Jahr. Erhebungen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) für deutsche Aktien sind sogar noch positiver. Für einen Anlagezeitraum von 20 Jahren erzielte der Dax im Schnitt rund 9 Prozent Rendite. Kunst entpuppte sich hingegen mit einer Wertsteigerung von im Mittel nur 1,9 Prozent als sehr mäßiger Renditebringer und kennt zudem eine Reihe von Risiken:

• Kunst-Investoren müssen über den nötigen Sachverstand verfügen, um die “Sahnestücke” des Marktes zu identifizieren, und das nötige Kleingeld, um diese auch zu kaufen zu können.
• Selbst wenn Kenntnis und Kapital vorhanden sind, gibt es keine Garantie auf die Renditeentwicklung.
• Kunst erwirtschaftet keine Zinsen oder Dividenden.
• Bei Kunstwerken handelt es sich, ähnlich wie bei Immobilien, um illiquide Anlageformen, die sich nicht ohne Weiteres veräußern lassen.
• Der Kunstmarkt ist intransparent, und die Transaktionskosten sind hoch.
• Schönheit liegt im Auge des Betrachters und kann fundamental kaum valide bewertet werden.

Wenn Sie also unter die Kunst-, Oldtimer-, Wein- oder Schmucksammler gehen wollen, dann sehen Sie Ihr Investment besser nicht unter Renditegesichtspunkten. Genießen Sie Ihren Ankauf, aber stellen Sie Ihre langfristige Vermögensplanung lieber auf ein solides Fundament.

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Gemälde, Oldtimer, Juwelen: Was taugen Sammlerstücke als Geldanlage?

Facebook vor den Zahlen: das müssen Sie heute wissen!

eye-1553789_960_720Die Facebook-Aktie – eine Erfolgsstory. Aber wie lange noch? Bislang ist zwar mit einer Jahresrendite von 21,59 Prozent noch alles im “grünen Bereich”, doch bei der morgigen Quartalszahlen-Präsentation wird das soziale Netzwerk auf die Probe gestellt. Wobei der “soziale” Grundgedanke, den Mark Zuckerberg einst hegte, mittlerweile sehr kontrovers diskutiert wird. Zum einen, weil viele Nutzer mehr Zeit damit verbringen, den Facebook-Newsfeed zu studieren, als aktiv Zeit mit Familie oder Freunden zu verbringen. Zum anderen, weil sich Facebook mehr und mehr zur Werbeplattform entwickelt.

Wachstum und Werbung

Ein Spagat. Einerseits will und muss das Netzwerk seine über zwei Milliarden Kunden mit interessanten Inhalten an sich binden, andererseits müssen Werbeeinnahmen die steigenden Ausgaben kompensieren. Die Entwicklung neuer Sicherheits-Features, eines individuelleren Newsfeeds und eines besseren Werbealgorithmus kosten Geld. Viel Geld. So kündigte Finanzchef David Wehner im Rahmen der Q3-Zahlenkonferenz an, dass die Betriebskosten 2018 um bis zu 60 Prozent und die Investitionen um 100 Prozent steigen dürften. Natürlich fragen sich Investoren, ob und wie Facebook diese enormen Ausgaben kompensieren will. Mehr Werbung würde zulasten der Nutzerfreundlichkeit gehen, weniger Werbung würde zu einem finanziellen Desaster führen.

Mark Zuckerbergs Strategie lautet deshalb: Weniger Anzeigen zu höheren Preisen. Mit der Mitte 2017 eingeführten Strategie will Facebook wieder persönlicher werden, seine Community an sich binden und durch ein attraktives Werbeumfeld langfristig mehr verdienen. Klingt gut, aber ob Marks Masterplan auch funktioniert?

Es scheint so. Ersten Zahlen zufolge verzeichnete Facebook im dritten Quartal zwar weniger “Klicks” auf Anzeigen, dafür stieg der gemittelte Preis pro “Ad” allerdings um 35 Prozent. Die Optimierung des Werbealgorithmus resultiert demnach in eine bessere Zielgruppenansprache für die Kunden bereit sind, einen höheren Preis zu bezahlen. Die Gewinnmaschine läuft.

Hohe Erwartungen

Das Gros der Analysten rechnet deshalb damit, dass sich Facebook heute mal wieder selbst übertreffen wird. Auf der Umsatzseite erwarten Marktexperten ein Plus von 42,07 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Zahlen ausgedrückt: 12,52 Milliarden Dollar Umsatz nach 8,81 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Facebook-Aktie dürfte 1,92 Dollar nach 1,41 Dollar im Vergleichsquartal betragen. So viel Erfolg ruft natürlich die Konkurrenz auf den Plan. Google, Snapchat und jüngst Tencent buhlen um die Gunst von Nutzern und Werbetreibenden. Tencent, der chinesische Betreiber der Plattform “WeChat” war im November mit einer Bewertung von 562 Milliarden Dollar erstmals mehr wert, als Facebook (541 Milliarden Dollar). “WeChat”, die Kommunikationsplattform, die anfangs wie eine billige Raubkopie von Facebooks “WhatsApp” aussah, zählt mittlerweile 980 Millionen Nutzer. Fast so viel wie das “Original” aus dem Hause Zuckerberg. Doch die App hat noch mehr drauf: während wir mit WhatsApp vor allem chatten, nutzen Chinesen WeChat als mobiles Portmonee. Eine Funktion, die so gut ankommt, dass sogar deutsche Läden, wie zum Beispiel Rossmann oder dm, WeChat als Bezahlmethode akzeptieren.

Es bleibt spannend abzuwarten, welche sozialen Plattformen in ein paar Jahren das Sagen haben werden und wie die Online-Giganten dann unser Leben beeinflussen. Investorenlegende George Soros vertritt da seine ganz eigene Meinung: während des Weltwirtschaftsforums in Davos warnte er vor den wirtschaftlichen Monopolen von Google und Facebook, die das eigenständige Denken bedrohten und die Demokratie gefährdeten. Auch würden Facebook bei stabilem Wachstum schon bald “die Menschen” ausgehen. Was dann?

Eine Überlegung, die Soros auch bei der Umschichtung seines Depots Ende 2017 in Betracht zog. Er reduzierte seine Beteiligung an Tech-Aktien wie SnapChat, Twitter und Facebook drastisch und investierte dafür in “Börsendinos” wie General Motors, Oracle und Campbell Soup. Diese Werte zählen zwar aufgrund ihrer instabilen Kurshistorie nicht zu den Top-Defensiv-Champions, doch unsere Denkrichtung ist ähnlich: während die Zukunft der Tech-Giganten auf unsicheren Beinen steht und einem steten Wandel unterworfen ist, werden Aktien der Nahrungs- und Konsumgüterindustrie immer gefragt sein. Wenn auch Sie in Defensiv-Champions investieren möchten, die sich durch einfache Geschäftsmodelle, starke Marken und damit langfristige Wettbewerbsvorteile auszeichnen, dann informieren Sie sich über den BCDI, den boerse.de-Champions-Defensiv-Index. Dem mit mehr als 120 Millionen Euro Anlagevolumen meist gehandelten Aktien-Index-Zertifikat der Börse Stuttgart.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,
Ihre Miss boerse.de

Facebook vor den Zahlen: das müssen Sie heute wissen!

Die 5 Top-Aktien des Tages

workout.jpgNa, schon was vor? Falls nicht, hätte ich da ein Top-Animationsprogramm für heute Nachmittag zu bieten. Spiel, Spaß und Spannung garantiert! Egal ob Aktien-Thrillseeker, Konjunkturdaten-Fan oder Zins-Zocker- da ist für jeden was dabei. Also nochmal tiiief durchatmen, am isotonischen Sportgetränk nippen und dann ab in die Vollen!

13:00 Uhr: Italienisch für Anfänger

Ähm, nix für die bella figura, aber ein prima Workout fürs Depot! Fiat Chrysler präsentiert Jahreszahlen und Anleger warten gespannt auf News, die den Hot-Stock, der seit Anfang des Jahres +32 Prozent Rendite machte, weiter auf Rekordkurs trimmen!

13.30 Uhr: Hot Iron

Das Kraftpaket Caterpillar zeigt, was in ihm steckt. Dank Trumps Steuersenkungs-Reform und einem Aufschwung im Bergbau-Business baggert der Baumaschinenkonzern an immer neuen Rekordhochs. Rendite innerhalb der vergangenen zwölf Monate: +56 Prozent. Ja, wir schaffen das!

13:45 Uhr: Ausdauertraining

Öde aber wichtig: der EZB Zinsentscheid. Zwar wird die Europäische Zentralbank heute noch nicht das Zinstempo erhöhen, doch das Ende des ultra-billigen Geldes auf Pump ist in Sicht. Durchhalten!

17:45 Uhr: Jane Fonda Workout

Auch ich kenne Jane im knappen Aerobic-Outfit nur von Postern. Schade. Doch die mittlerweile betagte Luxus-Lady sieht auch in ihrem Louis Vuitton-Anzug ziemlich fit aus. Genau, wie Mutterkonzern LVMH, der +26 Prozent Rendite in zwölf Monaten erzielte und heute Jahreszahlen vorlegt.

22:00 Uhr: Power Core

Auf und nieder, immer wieder. Stehaufmännchen Intel hat sich gerade erst von den Folgen einer Sicherheitswarnung für Prozessoren erholt und schon steht das nächste Event vor der Tür: Q4 Zahlen! Analysten sind positiv: der Chip-Boom ist zwar nicht gut für die Taille, spült Intel aber ordentlich Geld in die Kasse.

22:04 Uhr: Cooldown

Fast geschafft! Zum Abschluss genehmigen wir uns einen koffeinfreien Caramel-Frappucino und erfreuen uns an den Q1-Zahlen des Coffeeshops der, wie Caterpillar, auch zu den Profiteuren der US-Steuerreform zählt.

So, genug geschrieben. It’s time to trade! Also rein in die Sneakers und ab an die Buttons!

Die 5 Top-Aktien des Tages

90% Plus seit Januar: diese Aktie hat mehr Power, als ihr denkt!

atv-accidentIch kann mich noch gut daran erinnern, dass ich 2015 zwei Dinge echt nicht mehr hören konnte: “Hello” von Adele und “RWE”. Der deutsche Energieversorger sorgte damals mit derben Verlusten fast täglich für knallrote Schlagzeilen und als ob das nicht deprimierend genug war, säuselte Adele gefühlte 100 mal 24/7 auf allen Radiofrequenzen.


Jetzt, zwei Jahre später ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen und siehe da: RWE hat sich mit einem gigawatt-großen Plus von 90,44 Prozent seit Jahresanfang mehr als erholt und die Sängerin findet ihre Erfüllung jetzt in der Gartenarbeit und pfeift auf Millionengagen.

So kanns weitergehen! Oder doch nicht? RWE zeigt uns morgen Zahlen zum dritten Quartal und wir wollen natürlich wissen, ob die Aktie auch 2018 im positiven Flow bleibt!

At least I can say that I’ve tried

Jahrelang sinkende Strompreise. Enorme Kosten für den Atomausstieg und Umstieg auf grüne Energiequellen. Die wachsende Konkurrenz von Ökostrom-Anbietern. All das brachte RWE 2015 / 2016 an der Rand des Ruins. Was die Ruhrpottler auch versuchten, nichts half gegen die substanzielle Energiekrise.

Erst mit der Abspaltung der RWE-Ökostromtochter Innogy, die an der Börse frisches Geld für den Mutterkonzern einsammelte, bekamen die Essener wieder etwas Grip unter die Räder.

They say that time’s supposed to heal ya

Innogys grüner Strom verkauft sich ähnlich gut wie Vega-Würste und RWE verdient am Erfolg seiner schönen Tochter ordentlich mit. Auch der Faktor Zeit spielt bei RWEs Erholung eine Rolle: nach jahrelangem Warten auf eine Entscheidung darüber, wer jetzt welche Kosten für den Atomausstieg schultern muss, bekam der Energieriese im Juni ein enormes Steuergeschenk.

Das Bundesverfassungsgericht urteilte, dass RWE 1,7 Milliarden Euro zu viel an den Fiskus bezahlt hat und wieder erstattet bekommt. Eine hübsche Rückzahlung, die die Konzernbilanz und die Gesichter der Aktionäre wieder zum Strahlen brachte.

Ob die Happy Preppy-Aktie morgen nach den Zahlen weiterhin auf Kurs liegt? Die meisten Analysten sagen: Ja! – und erwarten ein Ergebnis-Plus gegenüber dem Vorjahr von 9 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Läuft!

 

90% Plus seit Januar: diese Aktie hat mehr Power, als ihr denkt!

Bitcoin + Nvidia: das Dreamteam für Krypto-Fans!

dagoHey Bitcoin Fans & Friends! Heute könnte euer Tag werden! Ihr habt nämlich sozusagen ein tradingtechnisches Doppel-Date: mit eurer geliebten Digi-Münze und dem Hersteller der zur Bitcoin-Produktion wichtigen Mining-Grafikkarten, Nvidia. Der US-Konzern ist eigentlich berühmt für seine weltklasse Gaming-Hardware, die ruckelfreie Spielmomente garantiert, profitiert jetzt aber auch kräftig vom “Mining”, dem virtuellen Schürfen von Bitcoins. Deren Kurs momentan übrigens ziemlich on fire ist, aber dazu später noch mehr…

Nvidia: Bet on Bitcoin!

Kurze Hintergrundinfo für die Bitcoin-Newbies unter euch: die Herstellung der Zahlencodes (viel mehr ist so eine Digi-Währung ja nicht) läuft nicht wie traditionelles Gelddrucken auf bunten Papierlappen mit nem Autogramm von Mario Draghi, sondern verlangt jede Menge Rechenleistung und Strom. Pro Jahr sind das ungefähr so viel Kilowatt, wie Irland insgesamt verbraucht. Heftig, oder?

Neben Energie verlangt das Mining, also die Berechnung irrer, mathematischer Formeln, auch extrem leistungsfähige GPU’s, von denen Nvidia und Konkurrent AMD bislang die besten am Start haben. Nvidia veröffentlicht heute Quartalszahlen und Insider erwarten, dass der Mining-Boom den Kaliforniern ein fettes Plus in Wallet beschert hat. Die Verkäufe von Grafikkarten stiegen nämlich schon vom ersten aufs zweite Quartal 2017 um rund 31 Prozent.

Eigentlich ist Nvidia sowas wie ein Trittbrettfahrer auf dem Bitcoin-Rollercoaster, doch aufgrund des unerwarteten Booms überlegt der Grafikkarten-Hersteller, spezielle Mining-Chips zu entwickeln. Die Nachfrage bestimmt das Angebot, so solls sein!

Bitcoin mit Jojo-Effekt

Einstweilen befindet sich unsere Lieblings-Cyberwährung auf einer 1a Achterbahn-Tour. Erst vor wenigen Tagen knackte Bitcoin die 7.000 Dollar-Marke, rauschte dann kurzzeitig auf über 7.800 Dollar und kostet heute Vormittag nur noch etwas mehr als 7.300 Dollar. Nichts für schwache Gemüter, die Münze!

Zusätzlich Stoff gibt heute die Newsmeldung, wonach ein mysteriöses Irgendwas namens “Segwit2x” vom Tisch ist. Dabei handelt es sich um ein ursprünglich für den 16. November geplantes Bitcoin-Update, das neben Bitcoin Cash und Bitcoin Gold noch eine weitere Abspaltung der Cyberwährung verursacht hätte. Zu gefährlich, findet die Bitcoin-Community und legt die Pläne erstmal auf Eis.

Bitcoin + Nvidia: das Dreamteam für Krypto-Fans!

Commerzbank: Eine starke Bilanz, aber…

frankfurt-am-main-germany-2867908_960_720Die Commerzbank-Aktie zählt heute mit einem Plus von rund zwei Prozent zu Handelsbeginn zu den Gewinnern des Tages. Viele Investoren feiern die Rückkehr des Geldinstituts in die schwarzen Zahlen: Nach einem Verlust von 288 Millionen Euro im Vorjahr steht jetzt ein Plus von 472 Millionen Euro auf dem Commerzbank-Konto. Auf den ersten Blick ein Top-Ergebnis, doch der schöne Schein trügt…

Sondereffekte verschönern Bilanz

Wer ein bisschen tiefer in die Zahlen des Dax-Konzerns eintaucht und sich nicht mit vielversprechenden “Headlines” begnügt, wird schnell feststellen, dass das Geldinstitut vor allem aufgrund sogenannter “Sondereffekte” blendend verdiente. Darunter verstehen die Finanzfachleute außerordentliche, in der Regel einmalige, Aufwendungen oder Erträge. Die Commerzbank konnte ihre Q3-Bilanz “aufhübschen”, indem sie beispielsweise die Frankfurter Konzernzentrale “Commerzbank Towers” für geschätzte 620 Millionen verkaufte, ihre Beteiligung am Kartendienstleister Concardis veräußerte und ein Gemeinschaftsunternehmen für Ratenkredite mit der BNP Paribas auflöste.

Unterm Strich trugen diese kleinen Extras fast eine halbe Milliarde Euro zum Gesamtergebnis der Commerzbank bei. Ohne Sondereffekte, die das Resultat “aufpumpen” wäre die Bilanz des Geldinstitutes dagegen eher spärlich ausgefallen.

Geldquelle gesucht

Da Sondereinflüsse einmaliger Natur sind, benötigen die Frankfurter neue, dauerhafte Erlösmodelle. Keine leichte Aufgabe in Zeiten ultra-niedriger Zinsen, zunehmend starkem Wettbewerb durch “FinTech”-Dienstleister und flauen Kapitalmarkt-Erträgen. So sank das Zins- und Handelsergebnis um 4,1 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro. Umdenken ist angesagt! Um dem stetigen Erlösschwund entgegenzuwirken, plant die Coba umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen – teils mit guten Erfolgen.

Zum Beispiel beim Problemkind Schiffskredite. Jahrelang hatte die Commerzbank im großen Stil Kredite für neue Frachtschiffe gewährt. Steigende Überkapazitäten und fallende Frachtraten hatten jedoch viele Reedereien in Schieflage gebracht und zum Ausfall zahlreicher Schuldner geführt. Der Abbau der Problemkredite steht deshalb ganz oben auf der Coba-ToDo-Liste und scheint sich bereits bezahlt zu machen: In den ersten neun Monaten des Jahres wurde das zum Kentern verurteilte Schiffsportfolio um 1,5 Milliarden Euro reduziert und lag Ende September noch bei 3,3 Milliarden Euro. Bis zum Ende des Jahres sollen es 3 Milliarden Euro sein.

Fusions-Fantasien

Gefallen finden die Börsianer auch an den stets wiederkehrenden Übernahme-Spekulationen rund um die Commerzbank, die jedoch am größten Aktionär der Frankfurter scheitern könnten: dem deutschen Staat. Seit der Finanzkrise ist die Bundesrepublik mit 15 Prozent an der CoBa beteiligt und würde einer – vermutlich verlustbringenden – Veräußerung der zweitgrößten, deutschen Privatbank an ausländische Geldinstitute, wie BNP Paribas oder Crédit Agricole, nur ungern zustimmen. Neue Informationen zu eventuellen Übernahmen gab es aufgrund der ungewissen Sachlage heute dann auch nicht.

Geldinstitute verkehren momentan in schwerem Fahrwasser – mit oder ohne faulen Schiffskrediten im Schlepptau. Wenn Sie lieber auf Aktien mit starken Renditen statt schwachen Zinsen setzten, dann lesen Sie jetzt den gestern neu erschienenen boerse.de-Aktienbrief und profitieren auch Sie von den langfristig erfolgreichsten und sichersten Aktien der Welt!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Commerzbank: Eine starke Bilanz, aber…

3 Dinge, die du heute über die Katalonien-Krise wissen solltest

+++Referendum zu Kataloniens Unabhängigkeit lief um 10:00Uhr aus+++Carles Puigdemont drückt sich um Entscheidung+++Spanischer Aktienindex fällt knapp 1%+++

bb640b306c6878366709500d5f441e92027fd7e9“Ojalá”, was gesprochen ungefähr so klingt wie “Ochala” kommt nicht aus dem Bayerischen, sondern bedeutet auf Spanisch soviel wie “na hoffentlich!”. Ein Begriff, der im Wortschatz der träumerisch veranlagten Südländer keinesfalls fehlen darf und mit dem du heute wahrscheinlich jedes Buzzword-Bingo von Barcelona bis Berlin gewinnen würdest. Hoffentlich wird Katalonien unabhängig (wünschen sich die Separatisten), hoffentlich bleibt die Region spanisch (beten die Ökonomen). Doch warum der ganze Zauber rund um den Nord-Ost-Zipfel Spaniens, der etwa so groß ist wie Belgien?

1. Warum Katalonien ohne Madrid will

“Katalonien ist nicht Spanien” stand in den vergangenen Wochen auf vielen Demo-Plakaten zu lesen. Neben historischen Gründen gibt es auch in der Gegenwart ne Menge Dinge, die im Ferienparadies anders laufen, als im Rest Spaniens: Stierkampf ist verboten, Katalanisch ist tatsächlich eine eigene Sprache und kein spanischer Dialekt und in Barcelona tanzt man Sardana, nicht Flamenco. Daneben sprechen noch eine Reihe wirtschaftliche Gründe für eine Trennung Kataloniens vom Rest des Landes. Zum Beispiel, dass die Region viel mehr zur Wirtschaftsleistung Spaniens beiträgt, als der Rest der Nation (ungerecht!).

2. Ja, Nein, Jein!

Kataloniens Abhängigkeit von den vielen Großunternehmen und Touris, die die Region bevölkern, ist Ministerpräsident Puigdemont heute Morgen vermutlich zum Verhängnis geworden. Er bat kurz vor knapp um einen zweimonatigen Aufschub für die Entscheidung über Kataloniens Unabhängigkeit. Zu viele Unternehmen verabschieden sich schon jetzt aus der Krisenregion, Touristen schlürfen ihren Sangria lieber woanders und der K-Konflikt könnte das gesamte Land in die Rezession stürzen. Kein leichter Job für Carles, der praktisch mit dem Rücken zur Wand steht.

3. Wie geht’s jetzt weiter?

Tja, das ist das große Fragezeichen. Wahrscheinlich wird Madrid mit einem “Jein” überhaupt nicht happy sein und eine eindeutige Antwort fordern. Sonst könnte die spanische Regierung Puigdemont wegen verfassungswidrigen Verhalten auch ganz flott vom Thron stoßen und Neuwahlen ausrufen. To be continued!

¡Adios Amigos!

3 Dinge, die du heute über die Katalonien-Krise wissen solltest